Für die Zucht von Fjordpferden in Deutschland gilt folgendes Zuchtziel
Rasse: Fjordpferd
Herkunft
Norwegen
Größe
138 cm - 148 cm
Farben
Hellbraunfalbe, Braunfalbe, Rotfalbe,
Graufalbe, Gelbfalbe, Weißfalbe, mit Wildzeichnung. Weiße Abzeichen
sind nicht erwünscht, bei Stuten kann ein kleiner, weißer Stern
toleriert werden
Gebäude
Kopf: breitflächige Stirn; gerader bis leicht konkaver Nasenrücken; ausdrucksvolle freiliegende Augen; weiter Stand der kleinen Ohren
Hals: gut aufgesetzt und genügend lang, zum Kopf hin verjüngend, Ganaschenfreiheit
Körper: großlinig; Rechteckformat, große Schulter; gute Sattellage; elastischer Rücken mit guter Verbindung
Fundament: trocken, korrekt, mit ausgeprägten, starken Gelenken; harte Hufe in passender Größe
Bewegungsablauf
raumgreifend; energische, taktreine Grundgangarten mit Antritt und Schub aus der Hinterhand
Einsatzmöglichkeiten
Reit-, Fahr- und Familienpferd; Breitensport, Distanzreiten und Fahrsport
Besondere Merkmale
robust, anspruchslos, ausgeglichen, gelehrig, leistungsstark und langlebig.
Zuchtzielbeschreibung des Ursprungszuchtbuches im Original
Rassebeschreibung – Zuchtziele für das Fjordpferd
1. Das Fjordpferd ist reinrassig zu halten.
2. Alle ursprünglichen Merkmale (Farbe und
primitive Abzeichen) müssen erhalten bleiben. Alle zugelassenen
Grundfärbungen des Fjordpferdes und deren Variationen sind
beizubehalten. Andere, für die Rasse untypische Abzeichen sind zu
vermeiden. Ein kleiner Stern auf der Stirn ist zulässig.
3. Der besondere Typus des Fjordpferdes
muss erhalten bleiben. Dazu gehören eine kleine, aber deutlich
markierte flache Stirn sowie ein dunkler, klarer und ruhiger Ausdruck.
Das Profil (Nasenrücken) kann gerade sein, eine leicht konkave Form ist
aber zu bevorzugen. Die Ohren sollen kurz sein, nicht zu dicht
zusammenstehen und nach vorn gerichtet sein (keine Hängeohren).
4. Da das Fjordpferd heutzutage auch zum
Reiten verwendet wird, ist bei der Zucht auf einen längeren und
geschmeidigeren Hals zu achten. Der Hals soll die für das Fjordpferd
typische Wölbung aufweisen.
5. Das Pferd soll einen leicht abgesenkten Rücken und eine breite Brustpartie haben.
6. Der Widerrist soll markiert und lang
genug sein, damit ein Sattel sicher aufliegt und ein guter Ansatz für
Schulter- und Rückenmuskeln vorhanden ist.
7. Der Rücken soll mittellang sein, d. h.
genauso lang wie die Schulter. Rücken und Lenden sollen muskulös sein.
Die Lenden sind außerordentlich wichtig und müssen sorgfältig bewertet
werden, da sie den Übergang zwischen dem vorderen und dem hinteren Teil
des Körpers bilden.
8. Auf einen gleichmäßigen Übergang
zwischen Lende und Kruppe ist zu achten. Die Form der Hinterviertel ist
nicht festgelegt, wichtig ist aber, dass Rücken, Lende, Kruppe und
Hinterviertel miteinander harmonieren. Pferde, die hinten höher sind
als vorne, sind nicht erwünscht.
9. Schenkel und Hose sollen kräftig,
muskulös und fleischig sein. Auch von hinten gesehen sollen Schenkel
und Hose muskulös sein.
10. Die Sprunggelenke sollen gut entwickelt
sein und sowohl von der Seite als auch von hinten gesehen eine gute
Breite aufweisen. Kleine, zu schwach abgewinkelte Sprunggelenke werden
negativ bewertet. Abgewinkelte Sprunggelenke waren früher üblicher. Im
übrigen werden die gleichen Anforderungen an die Sprunggelenke wie bei
anderen Rassen gestellt.
11. Beim Mittelfuß wird auf die Länge,
Durchmesser und Umfang sowie Sauberkeit und Trockenheit geachtet. Die
Sehnen sollen deutlich sichtbar sein. Überbeine (durch Schlag
verursacht oder erblich) dürfen nicht vorkommen. Ein kurzer, breiter
Mittelfuß ist zu bevorzugen. Das Knie soll groß, flach und gut markiert
sein. Kötengelenke und Fesseln sollen breit, dick und fehlerfrei sein.
12. Die Fesseln sollen etwas länger als ein
normaler Huf hoch ist (von vorn gesehen). Heutzutage werden etwas
längere Fesseln bevorzugt, sie sollen aber in keinem Fall dünn sein.
Körper und Beine müssen miteinander harmonieren.
13. Bei der Beurteilung des Hufs ist ein
strenger Maßstab anzulegen. Es lässt sich schwer sagen, ob ein
ungünstig geformter Huf auf Vererbung oder auf schlechte
Hufschmiedearbeit zurückzuführen ist. Hier ist vom Aussehen und nicht
von der vermuteten Ursache auszugehen.
14. Qualität und Form des Hufs haben sich
wohl in der letzten Zeit verbessert, man ist aber in dieser Beziehung
noch nicht am Ziel. Ein zusammengedrückter Huf ist bei Fjordpferden
nichts Ungewöhnliches, die Hufgrundfläche ist dann schmaler als die
Krone, der Hornstrahl ist zusammengepresst und der hintere Teil des
Hufs steht senkrecht. Dies ist alles andere als erwünscht. Gute Hufe
sind so wichtig, dass die Beurteilung hier beginnt und das Ergebnis bei
der Einstufung eine große Rolle spielen muss.
15. Beim Reiten und Fahren soll das Pferd
einen vertrauenserweckenden Eindruck machen. Dies hängt sehr von seiner
Umgebung ab, daher ist das Gemüt eine der am schwersten zu
beurteilenden Eigenschaften. Ein Pferd mit schlechtem Temperament ist
eins, ein lebhaftes junges Pferd darf aber in bezug auf das Gemüt nicht
negativ bewertet werden.
16. Bei der Beurteilung ist Wert auf gute
Bewegung zu legen. Das Pferd soll sich gleichmäßig und im Takt bewegen.
Im Schritt und Trab muss es gut vorwärtskommen. Das Fjordpferd soll
sich mit weiten Schritten, ohne Übertreibungen, bewegen. Das Pferd soll
mit balancierten Bewegungen und ausgreifend galoppieren.
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